Herz ist Trumpf

Pressebericht Herz-Ass Wanderweg und Leisepuren im Magazin Bergauf des ÖAV

LEISESPUREN:

Leisespuren hinterlässt man auf der 5-tägigen Herz-Ass-Wanderung, fern von Massentourismus und Lärm. Belohnt wird man dafür mit unberührter Natur, Stille und reiner Luft sowie sagenhaften Weitblicken auf eindrucksvolle Gipfel und das verträumte Villgratental. Regina Unterguggenberger, hat für das „Bergauf“-Magazin des österreichischen Alpenvereins, in ihrer Erlebnisreportage das herausragende Angebot der Herz-Ass-Tour mit ihren individuellen Möglichkeiten für echte Natursucher unverblümt beschrieben. Es freut uns sehr wie die Einzigartigkeit unser Heimat in diesem Artikel so treffend in Worte gefasst ist.

Im Villgratental hat man sich – anders als in anderen Tiroler Tälern – bewusst dazu entschieden, auf naturnahen, nachhaltigen Tourismus zu setzen. Anspruchsvolle Mehrtageswanderungen wie beispielswese der Herz-Ass-Weg entlang des Höhenreliefs rund ums Tal machen das Bergsteigerdorf zur Destination für Qualitätsbewusste und Genießer.

Geduldig. Schritt für Schritt. Ein Fuß vor den anderen. Auf dem Herz-Ass-Weg, hoch über dem Tal, schweift der Blick des geneigten Wanderers nach Süden zu den Sextener Dolomiten. Dort findet tagein, tagaus das touristische Kontrastprogramm zum Villgratental statt: An der Auronzohütte beispielsweise, am Fuß der Drei Zinnen, purzeln massenhaft Touristen regelrecht aus den Autos, es wird gedrängelt und geschubst, um ein Selfie vor diesem weltberühmten Gebirgsstock zu knipsen. Die Gipfel rings um das Villgratental verlangen dem Wanderer etwas mehr Mühe ab. Belohnt wird diese Mühe mit einem atmosphärisch besonderen Naturerlebnis, das es in stärker erschlossenen Regionen der Alpen kaum noch gibt.

Hier ist der Hauptdarsteller der Berg, wir Menschen drum herum sind die Nebendarsteller. Schon vor Jahren hat man sich hier im hintersten Winkel Osttirols ganz klar für den Naturtourismus entschieden – und ist nicht auf den Zug der Massen aufgesprungen. Das macht das Tal zu dem, was es heute ist: Ein intakter Natur- und Erholungsraum. Inner- und Außervillgraten wurden vom Österreichischen Alpenverein bereits 2008 als „Bergsteigerdörfer“ ausgezeichnet. Das passt zum Konzept des Tales. „Uns geht es dabei um eine sanfte Inwertsetzung dessen, was über die Jahre gewachsen ist. Ich erachte den naturnahen Tourismus als zugkräftiges  Konzept für die wirtschaftliche Existenz in alpinen Seitentälern“, erklärt etwa Christof Schett, einheimischer Unternehmer, den seine Heimatverbundenheit immer wieder hierher zurück brachte. Man versuche, die Saison in möglichst alle Richtungen zu verlängern. Im Winter setzt man auf Skitourenerlebnisse, die Sommersaison soll mit ansprechenden Wander- und Kulturprogrammen den Herbst als Reisezeit noch attraktiver machen. Mit Leisespuren.at hat Schett eine Buchungsplattform gegründet, mit der er den schmalen Grat zwischen Ursprünglichkeit und der Vermarktung ebendieser bezwingen will, sodass gerade genug Gäste kommen, dass alle im Tal gut davon leben können. „Unsere Reisen und Programme sind handverlesen und genau so konzipiert, wie wir einen Trip mit unseren Freunden planen. Oder mit Menschen, die unsere Freunde wurden. Wir bewegen uns bewusst abseits der ausgetretenen Pfade“, sagt Schett.


Das Villgratental wartet nicht mit bergsteigerischen Emen auf. Es sind der weite klare Blick vom Gipfel sowie Wege und Natur, in die vom Menschen kaum eingegriffen wurde, die das Villgratental besonders machen. Dennoch fordern die Wanderungen gute Kondition und die Bereitschaft, auf einsamen Wegen zu wandern, ohne dabei alle drei Kilometer mit einer Jausenstation „zwangsbeglückt“ zu werden. Der Herz-Ass-Weg erstreckt sich über 99 Kilometer und mindestens 4.000 Höhenmeter. Er gilt als einer der schönsten, naturbelassensten und ursprünglichsten Weitwanderwege der Alpen. Aus der Vogelperspektive betrachtet, malen die mächtigen Gipfel der Villgrater Berge ein Herz in die Landschaft, in dessen Mitte die beiden Bergsteigerdörfer Inner- villgraten und Außervillgraten liegen. Das war schon immer so. In den 1980er Jahren wurden sich auch die Talbewohner ihres landschaftlichen Herzens bewusst. Seit einigen Jahren gibt es eine durchgängig beschilderte Route, die heute als Herz-Ass-Weg bekannt ist. Auf dieser fünftägigen Wanderung werden die hohen, anspruchsvollen Gipfel ausgelassen. Stattdessen lenkt der Wanderer seinen Blick auf kristallklare Bergseen, in denen sich die ringsum liegenden Gipfel spiegeln, auf Joche, die vom Kommen und Gehen in längst vergangenen Zeiten berichten, auf Almdörfer, die ein Stück Kulturgeschichte erzählen, und auf gut erreichbare Aussichtspunkte, die einen imposanten Rundumblick gewähren. Begleitet wird der Wanderer auf Wunsch von einem einheimischen Bergwanderführer, der die besonderen Geschichten des Villgratentals kennt und damit eine spezielle Intimität zum Tal entstehen lässt.

Die Tagesabschnitte der Herz- Ass-Wanderung beginnen jeweils im Tal. Morgens gelangt man mit dem Shuttledienst von der Unterkunft zum Ausgangspunkt der Etappe, abends geht es bequem mit dem Shuttlebus zurück zur Unterkunft. Ganz an die individuellen Bedürfnisse des Wanderers angepasst, stehen mehrere verschiedene Unterkünfte in verschiedenen Preiskategorien zur Verfügung. Durch die im Tal gelegenen Start- und Endpunkte der Etappen ist es auch möglich, nur einzelne Etappen des Herz-Ass-Wegs zu wandern. Und wer das Haubenrestaurant gegen den klaren Sternenhimmel tauschen möchte, hat die Möglichkeit, eine Nacht in der Biwakschachtel am Schwarzsee zu verbringen und Mutter Natur atmen zu hören. Hier gibt es keine Discos, keine größeren Bars, Smartphones haben an vielen Plätzen keinen Empfang. „Für uns ist das fast schon ein Glück: Dass nicht jeder gleich sein Panorama, sein Erlebnis an die Welt verschickt und Likes und Kommentare sammelt, sondern erst einmal für sich selbst genießt“, fasst Schett den Zauber des Herz-Ass-Wegs zusammen.

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Autor

Regina Unterguggenberger, Mag. Dr.

Regina ist Journalistin, Bergwanderführerin und Fotografin mit eigenem Blog.

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